Material-Feuchtemessung

Material-Feuchtemessung

Der Feuchtigkeitsschutz ist ein zentrales Problem bei Bauwerken. frühzeitiges Erkennen von Bau- und Materialfeuchte sorgt für nachhaltigen Schutz und Erhaltung der Bausubstanz. Die Beurteilung und Lokalisierung mit geeigneten Messgeräten ist dafür ausschlaggebend. Gesundheitsschädlicher Pilz- und Schimmelbefall kann so ebenfalls vorgebeugt werden. Bei der zerstörungsfreien Materialfeuchtemessung werden mittels des kapazitiven Messverfahrens Ergebnisse einfach und schnell ohne Beschädigung der Oberfläche erzielt. Um bei verschiedenen Baustoffen die Materialfeuchte zu bestimmen, werden Messgeräte mit präziser Widerstandsmessung eingesetzt. Dieses Verfahren liefert sehr genaue Ergebnisse.

CM-Methode – Calciumcarbid-Messverfahren
Das Calciumcarbid-Messverfahren arbeitet nach einem chemischen Prinzip, wobei entnommene Bauststoffproben (1) in einem Druckbehälter (2) auf Feuchtigkeit überprüft werden.

Zerstörungsfreie Messung MoistureMaster Compact
Der MoistureMaster Compact kann über das zerstörungsfreie elektronische Messverfahren den Vergleichswert in CM% angeben.

 

Widerstandsverfahren

 

Dieses Messverfahren nutzt den elektrischen Widerstand eines Materials, um dessen Feuchte zu bestimmen.

•             Trockene Materialien haben einen hohen elektrischen Widerstand.

•             Feuchte Materialien haben einen tieferen Widerstand, da Wasser Strom besser leitet.

 

Ein Messgerät schickt einen kleinen Strom durch das Material – je nachdem, wie stark der Strom „gebremst“ wird, kann die Feuchte berechnet werden.

Typisch für Holz- und Baustoffmessgeräte mit Einschlagspitzen.

 

 

Kapazitiv- und Widerstandsmessverfahren

 

Hier werden oft zwei Messprinzipien unterschieden:

 

Kapazitives Messverfahren

 

Auch „zerstörungsfrei“ genannt.

Das Gerät erzeugt ein elektromagnetisches Feld, welches im Material eine Kapazitätsänderung bewirkt.

•             Je mehr Feuchtigkeit vorhanden ist, desto stärker verändert sich dieses Feld.

•             Vorteil: Keine Beschädigung des Materials, ideal für schnelle Flächenscans z. B. in Wänden, Böden und Decken.

 

Widerstandsmessverfahren

 

Wie oben beschrieben – das Gerät misst den elektrischen Widerstand innerhalb des Materials.

•             Vorteil: Sehr präzise Messung im Materialinneren (insbesondere bei Holz).

•             Nachteil: Oft leicht invasiv (Messspitzen).

 

 

Darr-Methode

 

Die genaueste, aber aufwendigste Methode zur Feuchtebestimmung – wird als Referenzverfahren genutzt.

 

Ablauf:

1.           Materialprobe entnehmen.

2.           Probe im Ofen bei ca. 105 °C trocknen, bis sie keine Masse mehr verliert.

3.           Masse vor und nach dem Trocknen vergleichen.

 

Die Differenz ergibt den exakten Wassergehalt.

Diese Methode ist vor allem im Labor, in der Forschung und bei amtlichen Messungen üblich.

 

 

Masseprozent

 

Masseprozent (auch Gewichtsprozent) beschreibt, wie viel Wasser im Verhältnis zur Trockenmasseim Material enthalten ist.

 

Formel:

\text{Masseprozent Feuchte} = \frac{\text{Masse des Wassers}}{\text{Masse der Trockenprobe}} \times 100

 

Beispiel:

Eine Holzprobe wiegt nass 120 g, getrocknet 100 g.

→ Wasser: 20 g

→ Trockenmasse: 100 g

Feuchte = 20 % Masseprozent.

 

(Bei Holz wird häufig in Holzfeuchte u = mWasser / mTrocken gerechnet.)

 

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Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist ein verbreitetes Verfahren zur Bestimmung der Restfeuchte in Baustoffen, besonders in Estrichen. Sie gilt als praxisnah, relativ schnell und deutlich genauer als viele elektronische Messungen.

 

 

Was passiert bei der CM-Messung?

 

Bei der CM-Methode wird eine Estrichprobe in einer Druckflasche mit Calciumcarbid (CaC₂)gemischt. Das enthaltene Wasser reagiert chemisch:

 

Calciumcarbid + Wasser → Acetylengas + Calciumhydroxid

 

Je mehr Wasser in der Probe steckt, desto mehr Gas entsteht und desto höher steigt der Druck in der Flasche.

Dieser Druck wird über ein Manometer abgelesen und ergibt die Restfeuchte in CM-%.

 

 

Was bedeutet CM-%?

 

CM-% ist eine eigene Feuchteangabe, die nicht direkt gleichzusetzen ist mit Masseprozent oder Darr-Methode.

Es handelt sich um einen praxisbezogenen Wert, der speziell für Estriche verwendet wird.

 

Typische Grenzwerte (Richtwerte, je nach Hersteller):

•             Zementestrich:

•             unbeheizt: ca. 2.0 CM-%

•             beheizt: ca. 1.8 CM-%

•             Anhydrit-/Calciumsulfatestrich:

•             unbeheizt: ca. 0.5 CM-%

•             beheizt: ca. 0.3 CM-%

 

 

Vorteile der CM-Messung

•             Sehr praxisnah und anerkannt für Estriche

•             Schneller als Darr-Methode

•             Relativ präzise, wenn korrekt durchgeführt

•             Wird von Bodenlegern, Bauleitern und Estrichlegern als entscheidendes Freigabekriterium genutzt

 

 

Wann wird sie eingesetzt?

•             Vor dem Verlegen von Parkett, Vinyl, Teppich oder Platten

•             Zur Kontrolle des Trocknungsfortschritts von Estrichen

•             Zur Abnahme im Bauprozess